
Nie wieder nur Webdesign – mein grösster Fehler als Designer
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Die schönsten Websites, die ich für Selbstständige, Startups und kleine Unternehmen während meiner Selbstständigkeit gemacht habe, sind vermutlich meine grössten Fehler. Mit ihnen bin ich in die gleiche Falle getappt, in der sich viele Designende verlieren: Ich habe Design nur aus Liebe zur Ästhetik gemacht. Aber Design ist eben nicht nur Ästhetik um ihrer selbst willen. Design verfolgt immer einen Zweck. Der Zweck muss immer im Mittelpunkt von allem stehen, was wir tun – auch wenn das bedeuten kann, dass visuelles Design beziehungsweise die Gestaltung in Projekten unter Umständen keinen hohen Stellenwert einnimmt.
Warum sind schöne Websites ein Fehler?
Sind sie an sich natürlich nicht. Websites, die es schaffen, ihre Zielgruppe auch visuell anzusprechen, konvertieren besser als jene, die das nicht tun. Aber was eben 1000 Mal besser konvertiert, sind Webseiten, die 1000 Mal besser gefunden werden. Mein Fehler war, Webdesigns für Selbstständige und Unternehmen zu erstellen, die nicht verstanden hatten, dass eine Website kein Selbstläufer ist, dass SEO kein WordPress-Plugin ist und dass eine Website, die nur dann aufgerufen wird, wenn Menschen sie zufällig auf einem Flyer entdecken, kaum mehr Wert ist als der Flyer selbst.
Für Marketer kaum vorstellbar, aber die sehr weit verbreitete Vorstellung in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist folgende:
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Ich brauche eine Website.
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Alles, was ich an Marketing drumherum mache, führt Menschen auf die Website, und dann melden die sich schon. Oder: Im Internet findet man Websites, das funktioniert jetzt auch mit meiner, schliesslich ist die neu (und SEO nur ein Plugin).
Für Marketer selbstverständlich, aber für viele KMU eine Blackbox:
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Du brauchst eine Website.
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SEO und AEO ist zuallererst der richtige Content für die passende Zielgruppe/Persona.
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Deine Website muss selbst «aktiv» etwas dafür tun, damit Menschen sie finden.
Die erste Frage, die Sabine im Erstgespräch bei frenz! stellt, wenn Unternehmen eine neue Website möchten, ist: Warum? – eine Frage, die ich als Designer – in der Zeit, in der ich mich ausschliesslich als (ästhetischer) Designer verstanden habe – nie gestellt habe. Zum Teil, weil mir die Erfahrung fehlte, zum anderen, weil ich tatsächlich als Designer angefragt wurde. An mich wurde in dem Moment nicht die Erwartung gestellt, Marketing zu machen, sondern eine Website zu gestalten.
Dabei klärt das Warum in der Regel sehr klar, wohin das Budget für eine neue Website vor allem fliessen sollte, und das ist auch 2026 für alle Startups, für fast alle kleinen Unternehmen und für den Grossteil der mittleren Unternehmen Content, nicht Design.
Warum geht nicht beides?
Ein bisschen vom Kuchen muss schon für Design abfallen, aber das geht eben sehr viel günstiger mit einem Template statt mit einer Individualentwicklung. Doch so gross ist der Kuchen meist nicht, den die bereits erwähnten Unternehmen dafür haben beziehungsweise dafür ausgeben möchten. Unternehmen, die mit ihrer alten Website noch nicht die Erfahrung gemacht haben, dass sie tatsächlich regelmässig Leads generiert. Ihr Fehler bis zum Aufklärungsgespräch mit Sabine war jedoch zu glauben, sie sei schlicht zu alt gewesen. Wenn diese Unternehmen jetzt Geld für ein Redesign in die Hand nehmen, dann mit der Erwartung, dass sich das dann ändert. Das kann es jedoch nur, wenn wir ihnen vermitteln können, dass ihr Budget in diesem Fall vor allem in Content, nicht Ästhetik fliessen muss.
Wann ist denn dann Zeit für ein tolles Webdesign?
Wenn du Contenterstellung als stetigen Teil deines Marketings verstanden hast und deine Website Zeit hatte zu wachsen. Und wenn du die Erfahrung gemacht hast, dass deine Website Leads generiert, weil sie deiner potenziellen Kundschaft die richtigen Fragen beantwortet. Dann ist deine nächste Stellschraube ein ästhetisches, individuelles Design.
Man könnte meinen, ich wolle nicht und hätte mir mit diesem Beitrag ins Designer-Knie geschossen, aber das stimmt nicht. Meine Eltern waren selbstständig, ich war selbstständig – ich weiss, wie viel Schweiss und Tränen darin stecken, etwas aufzubauen, und darum möchte ich es richtig machen. Darum braucht es dafür ein interdisziplinäres Team, und darum kann ich warten.
